Reise nach Spanien und Portugal

 

Die gefahrene Strecke

 

 

Mittwoch, 18.10.2017

Endlich Abfahrt!!
Bestens gelaunt, und hoffentlich zu Hause alles erledigt, ging´s Richtung Bodensee. Wir wollten auf jeden Fall auf der Schweizer Seite die 1. Nacht verbringen, so überlegten wir, welche Ausfahrt wir nehmen mussten, um die österreichische Maut zu umgehen und zack, war´s passiert. Wegen fehlender Go-Box in Österreich zog uns die Polizei raus und verdonnerte uns zu 240,– Euro Strafe! Super 1. Tag

Donnerstag, 19.10.2017
Eins ist klar, die Schweiz müssen wir definitiv noch mal besuchen. Wir sind heute durch unglaublich schöne Landschaften gefahren, vorbei an Zürich, Luzern, Brienzer See, Thunersee und immer wieder erhaschten wir atemberaubende Blicke auf tief verschneite Berggipfel, bis wir schließlich am Genfer See landeten, unserem heutigen Ziel.

Freitag, 20.10.2017
Nach nur 100 km beschlossen wir, heute mal eine Stadtbesichtigung zu unternehmen und zwar in Annecy am gleichnamigen See in Frankreich. Diese äußerst adrette Altstadt wird wegen der vielen schmalen Kanäle auch „Das Venedig der Alpen“ genannt. Sehr attraktiv sind auch die unzähligen Bars, Cafés, Restaurants und natürlich auch die Burg.

Samstag, 21.10.2017
Bevor es weiter Richtung Spanien ging, fuhren wir heute erst mal eine Passstraße bis auf 1.600 m hoch, auf ein riesiges Hochplateau mit einem atemberaubenden Blick auf den Mont Blanc (4805 m). Erhaben und mit weißem Haupt thronte er über die eh schon sehr hohen Berge ringsum. Nach einer 1 ½ stündigen Wanderung setzten wir unsere Fahrt dann weiter bis nach Montelimar, wo mir mal wieder in freier Natur übernachteten.

Sonntag, 22.10.2017
Als heutiges Endziel hatten wir uns Montpellier ausgesucht. Nach gefühlten und tatsächlichen 100 Kreisverkehren (die gestrige Autobahnfahrt kam wegen der Maut ziemlich teuer) erreichten wir dann endlich das Meer!!! Es war fantastisch, das tolle Wetter, 20 Grad, Sonne, das blaue Meer und … Flamingos!
Wir wollten grad nach unserem Übernachtungsstellplatz Ausschau halten, als ein Jeep, der mit dem Vorderreifen in einem tiefen Loch steckte, unsere Hilfe brauchte. Endlich konnten wir unsere Seilwinde ausprobieren, was natürlich auf Anhieb funktionierte.

Montag, 23.10.2017
Heute haben wir die Sonne genossen und sind keinen einzigen Meter gefahren. Dieser Platz hier ist einfach zu schön. Blick aufs Meer, keine anderen Wohnmobile, ab und zu kommt ein Spaziergänger vorbei. Mittags gönnten wir uns in „Meze“ einen herrlichen Snack in einer „Coquillages“ (Austern- und Muschel-Bar). Abends gruben wir ein Loch im Sand, machten Feuer darin und grillten Würstl.

Dienstag, 24.10.2017
Nach so viel Faulenzen brauchtˋs wieder etwas Kultur, deshalb geht es heute nach Carcassonne. Für Ende Oktober ist da doch noch einiges los, jedoch kein Vergleich mit dem Hochsommer, wo man eigentlich nur durch die mittelalterliche Stadt geschoben wird. Zeit wird´s unser Abendziel zu erreichen. Mal wieder nach einem „Park4Night-App“ Vorschlag fuhren wir in die Nähe von „Foix“, ca. 100 km nördlich von Andorra. Dort stellten wir unser Womo neben den Kühen auf eine Wiese ab, wo wir wieder einmal unsere absolute Ruhe hatten.

Mittwoch, 25.10.2017
In engen nicht enden wollenden Kehren schraubte sich unser Womo heute über mehrere „Col de…“ (Pässe). Dieses Jahr fuhren hier auch die Teilnehmer der Tour de France. Unglaublich, allein diese 12. Etappe ging über 214 km, und das über diese Steigungen. Auch wir schafften es. Nachmittags erreichten wir dann „Vielha“, ein idyllisches Bergdorf in den Pyrenäen, im Val d´Aran an der Garonne, das absolut auf Wintersport ausgelegt ist. Wir fuhren noch weiter bergauf, um dann an einem Stausee in 1450 m Höhe inmitten grasender Pferde frei zu übernachten.

Donnerstag, 26.10.2017
Faulenzen, nichts tun, in der äußerst angenehmen warmen Sonne sitzen und chillen. Auf dem Platz sind wir mittlerweile alleine. Das französische Womo ist abgefahren und sogar die Pferde sind weg. Später kochten wir an der vorhandenen sehr komfortablen Feuerstelle in unserem Dutch Oven eine Gemüsesuppe und hockten noch ne geraume Zeit am gemütlichen Lagerfeuer.

Freitag, 27.10.2017
Heute wollen wir wandern! Wir sind schließlich in den Pyrenäen. Zuerst fuhren wir auf ziemlich schlechter Asphalt- und dann auf noch schlechterer Schotterstraße bis auf 2000 m Höhe hinauf, wo wir unsere Wanderung starteten. 4 ½ Stunden durch traumhaft schöne Landschaft, Hochmoore, Einsamkeit, sagenhafte Bergseen und im Hintergrund angeschneite Berggipfel. Wieder zurück wollten wir eigentlich noch einmal an dem Stausee nächtigen, aber irgendwelche Vandalen hatten in der Zwischenzeit die Feuerstelle zerstört. Wir sind uns sicher, dass dies mit der angespannten politischen Lage Katalonien/Spanien zu tun hat. Nichts wie weg hier, wir suchten uns einen anderen Platz.

Samstag, 28.10.2017
Durch eine faszinierend schöne und enge Schlucht des Flusses „Esere“ führte eine tolle Gebirgsstraße Richtung Westen. Die Ortschaft „Ainse“ kam plötzlich mit der gewaltigen Befestigungsanlage zum Vorschein. Zig Parkplätze, man konnte nur erahnen, welche Touristenmassen hier im Sommer durchmarschieren, aber jetzt ist es sehr überschaubar. Das malerische Bergdorf mit seinen unebenen Pflastersteinen, und dem Plaza Mayor mit den diversen Hotels, Bodegas, Bars und Restaurants ist wirklich ein Besuch wert. Anschließend fuhren wir gen Süden an zwei Stauseen vorbei, einer mit einer ehemals versunkenen bzw. überfluteten Kirche. (Mittlerweile ist die Kirche wieder fast ganz sichtbar). Die Gegend hier um den See erscheint äußerst eigenartig mit Erdhügeln wie Kegel, mit ausgewaschenen Rinnen. Allerdings kann man sich gar nicht vorstellen, dass es hier mal regnet. Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz einer Kapelle mit Friedhof und einem tollen Ausblick.

Sonntag, 29.10.2017
Zaragoza steht heute auf unserem Zielpunkt. Die Berge werden niedriger, die Vegetation immer karger, eigentlich schon hässlich. Auf dem städtischen Campingplatz stellten wir unser Auto ab, genossen den restlichen Nachmittag und die Sonne bei ca. 20-22 Grad und nutzten die Waschmaschine vor Ort. Es gab hier auch einen tollen Barbecue Raum mit 4 gemauerten Grills bzw. Feuerstellen. Hier wollten wir unser Abendessen machen, und zwar eine Gemüsesuppe in unserem Dutch Oven. Allerdings wurde unsere gute Stimmung getrübt, als Andi sich beim Holzhacken in den Daumen hackte. Gott sei Dank nur ein Stück Daumennagel mit einer klitzekleinen Daumenkuppe dran. Aber der Abend war versaut. (Die Suppe schmeckte aber trotzdem super.)

Suppe

Montag, 30.10.2017
Auf der Fahrt mit dem öffentlichen Bus in die Stadt Zaragoza viel uns sofort die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Spanier auf. Einige Leute sprachen uns an, bzw. halfen uns weiter, als sie merkten, dass wir was suchten. Wir liefen kreuz und quer durch die Stadt, kamen an den Ebro und schließlich standen wir vor der „Basilica del Pilar“, Spaniens größter Barockkirche. Das Goya Museum besuchten wir noch, bevor es wieder zum Zeltplatz ging. Eine sehr angenehme Stadt, inmitten hässlicher trockener Einöde.

Dienstag, 31.10.2017
Unser heutiges Ziel sollte die „Laguna de Gallocanta“ sein. Sie ist Spaniens größter natürlicher See. Im Oktober treffen hier die Kraniche ein und rasten hier. Mit dem Auto fuhren wir zum Rand des „Sees“, wenn er denn Wasser hätte!, marschierten noch ein ganzes Stück, aber die Vögel waren einfach zu weit weg. Wir konnten tatsächlich auch Kraniche entdecken, aber selbst mit dem tollen Fotozoom waren sie kaum zu erkennen. Also Planänderung, jetzt geht’s nach „Albarracin“. Auf dem Weg dahin entdeckten wir, quasi mitten in der Wüste, einen Flughafen mit vielen geparkten Flugzeugen. Wie sich herausstellte, (dank sei Google) Europas größter Flugzeugfriedhof bei Teruel. Weiter fuhren wir von der wüstenähnlichen Gegend in die bewaldete Berglandschaft.

Mittwoch, 01.11.2017
Auf dem Parkplatz auf ca. 1.400 m Höhe ist campieren mal wieder in jeglicher Form verboten, aber wir ignorierten es, und natürlich passierte auch nichts. Durch rote tolle Felsformationen und Pinienwälder führten verschiedene Wanderwege zu Felsmalereien, die bis zu 7.000 Jahre alt sind. Eine absolut tolle beruhigende Stimmung und wunderschöne Gegend. Nur um die Felsmalereien zu erkennen, brauchte man schon viiiel Fantasie. Albarracin selbst war wieder ein fantastisch schönes Mittelalterdorf mit engen Gassen, einer verwitterten Burg mit einer Muralla, Stadtmauer, die wir allerdings nicht besichtigen, da es zu heiss war und wir da viele viele Stufen hochlaufen hätten müssen. Dafür fuhren wir noch bis Valencia auf einen Campingplatz.

Donnerstag, 02.11.2017
Mit dem öffentlichen Bus gings nach Valencia, direkt zum „Mercado central“. Ein wunderschönes Gebäude, mit frischem Obst und Gemüse, Meeresfrüchten, Essensständen und natürlich Gewürzen und typisch spanischen Keramiken, Paellapfannen und jeder Menge Reis. Paellareis, der hier rings um Valencia überall angebaut wird, denn die Paella kommt schließlich ursprünglich von hier. Eine sehr beeindruckende Stadt, die viel zu bieten hat, imposante Bauwerke, beeindruckende und ungewöhnliche Plazas, einer (angeblichen, wir nahmen uns keine Zeit dafür) interessanten Kunstszene… Tolle Stadt, da muss ich nochmal hin!

Freitag, 03.11.2017
Faulenzen, endlich wieder nichts tun, das wollten wir. Auf der Fahrt Richtung Süden fanden wir einen Strand, auf dem man campieren konnte, aber natürlich nicht durfte. Allerdings, jetzt, in der Nebensaison scheint das niemanden zu interessieren. Es gibt hier quasi keine Ecke, die nicht bis fast ans Meer verbaut ist mit Ferienwohnungen und – Häusern. Deshalb waren wir anfangs etwas skeptisch, aber mit unserem Offroadteil trauten wir uns direkt auf den Sandstrand, die zwei anderen Womos parkten am Rand. Selbstverständlich machten wir heute wieder ein Feuerchen und wir grillten Hamburger und dazu machten wir frische Bratkartoffeln.

Samstag, 04.11.2017
Das Wetter war, zumindest vormittags, super! Blauer Himmel, ca. 20 Grad, im Schatten natürlich. Aber dann, Gewitter, starker und stärker werdender Regen, es hörte gar nicht mehr auf. Erst am späten Nachmittag hellte es sich wieder auf und der blaue Himmel zeigte sich.

Sonntag, 05.11.2017
So richtig schön warˋs heute wieder, Badehosenwetter mit viel in der Sonne liegen. Allerdings sind wir auch in die nächste Ortschaft gelaufen, dort war heute Flohmarkt mit vielen Obstständen und auch ein paar wenigen Essensständen. Das Obst, vor allem Orangen und Mandarinen waren unglaublich günstig. Seit dem wir nach Albarracin aus den Bergen gekommen sind, erstrecken sich hier Orangen/Zitronen und Mandarinenhaine. Etliche Deutsche, offensichtlich dort lebende, oder überwinternde, trafen wir. Einer davon hatte einen Bratwurststand mit einer megaleckeren Currywurst! (Andi hat sie gegessen, ich hätte niiie eine Currywurst in Spanien bestellt).

Montag, 06.11.2017
Nach 3 Nächten am selben Platz zieht es uns jetzt weiter. Die Küste weiter südlich ist uns zu touristisch, deshalb haben wir Städte wie Alicante und Murcia links liegen lassen und sind auch an Cartagena vorbeigefahren. Bei Mazarron fuhren wir auf einen Strand, dort standen ein paar Womos, offensichtlich „Dauercamper“, Deutsche, Spanier und ein Brite. Wir erkundeten die Gegend, die allerdings immer „offroadiger“ wurde (jippie) und entdeckten auch ein paar schöne Buchten. In einer lebte eine Französin mit Rasterlocken und tief dunkelbrauner Haut, wie sie sagte, seit 6 Jahren. Ihr Freund, ein Belgier mit einem VW Bus, beide ziemlich zugedröhnt. Eine junge Holländerin, alleine mit Motorrad unterwegs, die eigentlich nach Wladiwostok will, aber erstmal in Spanien überwintern möchte. Wir entschieden uns dann aber doch lieber alleine an einem anderen Strand zu bleiben.

Dienstag, 07.11.2017
Super Strand, tolles Wetter, Traumaussicht, was will man mehr. Wir zogen noch mal ein paar Meter näher ans Meer, ca. 10 m zum Meer, etwas sicht- und windgeschützter. Endlich hatten wir mal genügend Zeit um unser 1. Brot selbst zu backen. In unserem Dutch Oven direkt über dem Lagerfeuer. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, o.k. etwas verbrannt war das Brot unten, aber ansonsten sehr gut.

bei Mazzaron

Mittwoch, 08.11.2017
Es ist so schön hier, dass wir noch einen Tag bleiben. Zum Frühstück gabs heute ein Omlett, auf dem offenen Feuer in der Eisenpfanne gebraten. Hmmm war das lecker. Eigentlich wollten wir wandern, auf einen der ca. 400 m hohen Berggipfel. Aber wir konnten uns einfach nicht aufraffen, diesen unglaublich schönen Strand zu verlassen. Zu verlockend war das faul in der Badehose (oder auch ohne) in der Sonne liegen ohne Sonnenbrandgefahr. Es war ja immerhin schon Anfang November. Später kochten wir, natürlich wieder auf offenem Feuer, einen leckeren Eintopf.

Donnerstag, 09.11.2017
Schweren Herzens verließen wir heute unseren absoluten Traumstrand!, den wir im Grunde alleine für uns hatten. Wir wollten ja schließlich noch was sehen von Spanien. Unterwegs, natürlich Richtung Süden hielten wir in „Aguilas“ an, was sich aber als fehl investierte Zeit entpuppte. Ein recht hübscher Hafen, eine langweilige Mühle, das warˋs. Etliche Kilometer weiter kamen wir dann nach Andalusien. Plötzlich veränderte sich die Landschaft, es wurde grüner, und jede Menge Palmen wuchsen. Und jede Menge Feriendörfer mit unzähligen Kneipen, Bars, Restaurants, und sonstigen Geschäften, sowie Sandstränden entlang der Küstenstraße zeigten sich. Und auch die Menge der Wohnmobile nahm drastisch zu. Wir übernachteten auf einem Weg nahe dem Sandstrand neben einer riesigen Bauruine. Es sollte wohl mal ein wirklich großes Hotelprojekt werden. Fast schon gruselig protzte es halbfertig, mittlerweile halb verfallen am Berghang. Selbst die Baukräne standen noch da, und das sicher schon seit etlichen Jahren.

Freitag, 10.11.2017

Neben der Bauruine, der „El Algarrobico“, übernachteten wir, wieder einmal als einziges Wohnmobil. Das Nachbargrundstück schien verlassen und so warfen wir einen Blick hinein. Eine tolle Villa, mit Pool, Tennisplatz, jeder Menge Palmen, wunderschön, allerdings auch ziemlich runtergekommen.

Wir setzten unsere Fahrt fort, diesmal Richtung Berge, wir wollen in die Sierra Nevada. Auf ca. 1000 m Höhe erreichten wir eine Hochebene, mit riesigen Oliven und Mandelplantagen, sowie einem Sonnenkraftwerk und jeder Menge Windräder. Kurz nach dem Ort Calahorra führte uns unsere „Stellplatz-App“ zu einer kleinen Ortschaft, „Aldeire“. Leider wusste diese App nicht, dass wir keinen PKW haben, sondern ein riesen Schiff, das durch diese engen Gassen unmöglich passte. Dem Andi lief schon der Angstschweiss runter als wir nicht mehr weiter kamen und rückwärts einen anderen Weg suchen mussten. Aber wir schafften es – ohne Schrammen – ! Ausserhalb, an einem Picknickplatz mit idyllischem Bach und unter Maronibäumen verbrachten wir dann bei ca. 2 grad Aussentemperatur die Nacht. 

Samstag, 11.11.2017

Nach dem Frühstück sammelte ich erst mal Maronis ein, die den kompletten Waldboden bedeckten. Fantastisch.

Heute wird wieder gewandert. 3 Std., ca. 350 Hm, ca. 12,5 km. Abgesehen von einer kleinen Hängebrücke am Anfang und des schönen Herstlaubes war der Weg an sich eher langweilig, ein, wie wir sagen würden, Forstweg, der praktisch ständig durch Pinienwald führte. Doch plötzlich tauchten frei laufende Hunde auf, zuerst einer, dann zwei … Bei mir machte sich natürlich totale Panik breit, aber ich versuchte mich zu beruhigen. Als jedoch bis zu sieben Hunde ständig um uns rumliefen, war sogar dem Andi nicht mehr wohl. Erst, als wir endlich, nach ca. 5 Km den Ort erreichten, verschwanden die Hunde.

Anschließend fuhren wir noch ca. 100 Km nach Granada auf einen Campingplatz.

Sonntag, 12.11.2017

Der öffentliche Bus brachte uns in die Stadt und hinauf zur „Alhambra“, immer mit einer fantastischen Aussicht auf den verschneiten Berggipfel des Mulhaćen. Zuerst schlenderten wir durch die Gärten, den Generalife. Eine verwunschene Anlage aus Pfaden, Wasserbecken, Brunnen, Palmen und vieler Blumen. Danach besichtigten wir die eigentliche Hauptattraktion, den „Palacios Nazaries“, den zentralen Palastkomplex. Überall geschnitzte Holzdecken, bunt glasierte Kacheln, unglaublich fein gearbeitete Stuck Torbögen, an denen man sich nicht satt sehen konnte. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Und immer wieder gelangte man in neue Räume oder Innenhöfe wie aus 1001 Nacht. Erschlagen von so viel Schönheit tauchten wir in eine ganz andere Welt, als wir zurück in die Innenstadt fuhren. Unter anderem gelangten wir in den Stadtteil „Albaicin“, dem alten maurischen Viertel. In den engen Gassen fühlte man sich, als würde man durch einen arabischen Bazar laufen. Besonders viele marokkanische Restaurants, Teegeschäfte, Läden, in denen es typisch arabische Lämpchen zu kaufen gab. Diese Stadt gefiel uns sehr gut. 

Nach einer Stärkung in einer Tapasbar („La Bella y la Bestia“, dort gibt es zu jedem Bierchen für 2.50 € eine riesige Tapa umsonst dazu!! – natürlich mussten wir da 2 Bierchen trinken) und anschließender Einkehr in einem syrischen sehr einfachen Restaurant mit super leckerem Essen gings zurück zum Campingplatz.

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Montag, 13.11.2017

Eigentlich wollten wir nochmals nach Granada, da es uns so gut gefallen hat, (und natürlich auch wegen der leckeren kostenlosen Tapas) und es noch so manches zu sehen gäbe. Aber ganz kurz entschlossen fuhren wir dann doch weiter, nach Ronda. Kilometer für Kilometer war ausser Olivenbäumen eigentlich nichts interessantes zu sehen, bis es dann in die Berge hinauf bis auf ca. 1100 m Höhe ging. In Ronda stellten wir unser fahrendes Hotel am Straßenrand einer Neubausiedlung ab und marschierten Richtung Altstadt. Und da war sie, die Schlucht „El Tajo“ mit der alten Brücke. Weiter durch die mittlerweile sehr belebte Altstadt erblickten wir plötzlich die „Neue Brücke“ über der 100 m tiefen Schlucht. Wirklich beeindruckend. Unser Rückweg führte über die massive Festungsmauer, auf der wir völlig alleine waren.

 

Dienstag, 14.11.2017

Diese Nacht hat es gefroren. Auf unserem Dachfenster war Eis!         Da wollen wir doch schnell wieder ans Meer – und zwar nach Gibraltar.

Wir parkten auf dem Parkplatz des Yachthafens, der zum Teil extra für Wohnmobile ausgelegt ist. Zu Fuß gings über die Grenze mit Ausweiskontrolle, und … über die Rollbahn des Flughafens. Immer mit dem Blick auf den „Rock“, ein riesiger Felsen, naja, eigentlich ein Berg. In der Stadt reihte sich ein Spirituosengeschäft, Parfümladen und Schmuckgeschäft ans andere, da man hier zollfrei einkaufen kann. Bald wurde uns der Tourirummel zu bunt und wir bogen in eine Seitengasse ein, auch in der Hoffnung, eine authentische „Fish & Chips“ Bar zu finden. Durch unzählige Gässchen und jeder Menge Stufen wanderten wir den „Rock“ hinauf, und bewunderten die fantastische Aussicht auf die Stadt und auf AFRIKA. Wow. Nachdem wir uns satt gesehen hatten, gönnten wir uns endlich die Portion Fish & Chips und ein englisches Bier in einer typisch englischen Kneipe. 

Und dann hatten wir riesen Glück, denn auf dem Rückweg zur Grenzstation mussten wir an dem Rollfeld des Flughafens warten, da gerade eine Maschine startete. Direkt vor unseren Augen. Das war ein tolles Erlebnis.

 

 

Mittwoch, 15.11.2017

Heute wars recht unspektakulär. Allerdings hatten wir zum ersten mal etwas Schwierigkeiten, einen schönen! Übernachtungsplatz zu finden. Aber an einem riesigen Sandstrand westlich von Tarifa (übrigens der südlichste Punkt unserer Reise) stellten wir unser Womo schliesslich ab und zwar direkt am Strand. In den Hügeln hinter uns reiht sich eine Luxusvilla neben die andere, aber hier am Strand sind wir ganz alleine. In einem mega großen Carefour kauften wir Schwertfisch, und den gab‘ s, in der Pfanne gebraten, mit Paella-Gemüsereis zum Abendessen. Hervorragend!!. Als Dessert gab‘ s übrigens Meeresrauschen 😊

Donnerstag, 16.11.2017

Heute verjagte uns die Polizei!! Naja, sie erklärte uns, dass wir da nicht parken können, mit Campingtisch und Stühlen schon 2 x nicht. Natürlich fuhren wir weg, wir wissen ja, dass wir hier nicht campieren dürfen. Wieder mal brachte uns die App an einen schönen Platz am Meer, ein Parkplatz. Doch so recht gefiel uns der nicht, man stand zu eng aneinander. Zu Fuß schauten wir uns um und entdeckten einen Weg, ohne Verbotsschild, allerdings ziemlich tiefsandig, was uns natürlich nicht aufhielt. Also, los gings hinein in die Dünen. Zum Abendessen gabs Gegrilltes über offenem Feuer.

Freitag bis Sonntag, 17. bis 19.11.2017

Der Strand war toll, aber zu viele Leute, die ihre Hunde ausführten. Wir fanden einen Stellplatz, völlig eben, ziemlich uneinsehbar und für nicht 4×4 Fahrzeuge unmöglich zu erreichen. Hier gefiel es uns so gut, dass wir noch die nächsten zwei Tage blieben. Schöner konnte auch kein Karibikstrand sein, o.k., hier fehlten die Palmen! 

Diese Abgeschiedenheit, ein Reiter kam vorbei, ein Mopedfahrer, und eine Herde Kühe samt Hirte, nutzten wir, um mal wieder Brot zu backen und verschiedene Rezepte in unserem Dutch Oven auszuprobieren. Noch dazu war traumhaftes Wetter, fast den ganzen Tag konnten wir im Badezeug draussen verbringen.

Montag, 20.11.2017

So rechte Lust hatten wir nicht, hier wegzufahren. Nach einem ausgedehnten Frühstück und einem Sonnenbad am Strand gings halt dann doch los, nach Sevilla. Diesmal auf einen Campingplatz, ca. 13 Km ausserhalb. In Städten übernachten wir ganz gerne gesichert auf Campingplätzen, vor allem wenn wir den ganzen Tag weg sind vom Wohnmobil.

Dienstag, 21.11.2017

Eigentlich sollte heute Sevilla erkundet werden, aber nachdem wir nicht aus den Betten kamen und wir keine Lust auf Stadt – Lärm und den ganzen Trubel hatten, verschoben wir es auf morgen. Also nutzten wir die Waschmaschine vor Ort, um unseren Wäscheberg zu minimieren. Diesen kleinen Campingplatz hatten wir im Grunde für uns alleine, da von den 210 Plätzen grade mal ca. 15 belegt waren.

Mittwoch, 22.11.2017

  • Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir nach Sevilla direkt zum „Plaza Espanol“. Den ganzen Tag marschierten wir, eigentlich ziemlich aufs gerate Wohl durch die Stadt. Die Kathedrale schauten wir uns nur von aussen an, obwohl das schwierig ist, die ist so eingebaut, dass man sie nicht einmal ganz aufs Foto bekommt. Das „Centro“ mit all den engen Gassen gefiel uns besonders gut. Völlig ungeplant besuchten wir abends eine Flamenco – Vorführung, die uns total begeistert hatte. Die Leidenschaft, die die 4 Künstler zeigten, eine Tänzerin, ein Tänzer, ein Gitarrist und ein Sänger, war sehr bewegend. Anschließend tranken wir in einer Bar noch Cervezas und schlemmten uns durch die Tapaskarte.

Donnerstag, 23.11.2017

Auf nach Portugal! 

Bei „Tarifa“, einer kleinen Stadt am Rio Gilao stellten wir unser Womo an einen Strand mit super feinem Sand. Lediglich die obligatorischen Gassigänger kamen ab und zu vorbei. Da es relativ mild war, konnten wir noch lange draussen am Lagerfeuer sitzen.

Freitag, 24.11.2017

Gegenüber unserem Stellplatz liegt eine Insel, die „Ilha de Tavira“. Eigentlich eine langgezogene Sandbank ohne Straßenverkehr und nur erreichbar mit einer winzigen Fähre. Dort zog es uns hin. Mit uns gingen noch ca. 6 Leute an Bord. Vorbei an einem Campingplatz, wohl nur für Zelte?, an 3 Restaurants, von denen sogar eines offen hatte, war ansonsten nur Meer und ein atemberaubender Strand soweit das Auge reichte. Es war unfassbar schön und einsam. Im Sommer tobt hier mit Sicherheit das Leben, das zeigen schon die vielen Sonnenschirmständer und ein paar Bars. Aber jetzt, ausser uns und zwei Leuten am Strand, weit entfernt, niemand!

Wieder zurück, gingen wir Essen in eins dieser Fischrestaurants am Hafen. Wir konnten uns den Fisch an der Kühltheke aussuchen und entschieden uns für Dorade und Thunfisch. Dazu gabs Pellkartoffeln und Salat, sowie ein leckerer Weißwein. Zuvor eine Art Vorspeise, das der Kellner unaufgefordert bringt, wie Brot, Oliven, Fischpaste, Käse … Diese nicht bestellten Appetithäppchen werden „Couvert“ genannt und sind nie kostenlos (aber lecker). Der Fisch wurde frisch gegrillt und es schmeckte alles umwerfend.

Samstag, 25.11.2017

Weiter gings Richtung Westen. Bei „Olhao“ machten wir einen Abstecher in den „Parque Natural da Ria Formosa“. Dort führt ein 3 km langer Weg durch verschiedene Ökosysteme, durch Dünen, Salzwiesen, Kiefernwälder. Wenn man Glück hat kann man viele verschiedene Vögel, u. a. Störche, Flamingos, sehen, und angeblich auch Chamäleons. Allerdings ist dieser Park derart vernachlässigt, das Besucherzentrum ist geschlossen, Fenster zugemauert, regelrecht verwildert. Das ist uns schon öfters auf unserer Reise aufgefallen. Es wird etwas aufgebaut, vermutlich mit EU Geldern, und dann kümmert sich niemand mehr darum und es verfällt, schade!

Bei „Lagoa“, kurz vor „Portimao“, fuhren wir zu den Klippen, und dort oben, ca. 50 m über sagenhaft schönen Sandstrandbuchten, übernachteten wir. Es war nahezu windstill und sehr mild.

Sonntag, 26.11.2017

Wir überlegten, an einen Sandstrand weiter zu fahren, aber nachdem es hier so angenehm mild war und wir wieder unsere absolute Ruhe hatten, blieben wir noch eine Nacht. 

Montag, 27.11.2017

Ca. 60 Km sind wir heute weiter Richtung Westen gefahren, bis fast an die Spitze des süd-westlichsten Zipfel Westeuropas. Bei Sagres fuhren wir nah an den Strand „Praia do Martinhal“. Hier herrscht schon rauheres Klima. Unentwegt Wind und sehr stürmische See. Nach einem langen Spaziergang in den Ort und zum Hafen mit Bootsbau und Krabbenfischerei waren wir froh, in unserem windstillen Wohnmobil zu sitzen. 

Dienstag, 28.11.2017

Heute verließen wir die Algarve und gelangten in den Alentejo, die größte Region Portugals. Zuvor machten wir noch einen Abstecher an zwei fantastische Surferstrände. Obwohl es schon Ende November ist, sind doch viele, hauptsächlich junge Surfer aus den verschiedensten Ländern da um sich in die kalten Wellen zu stürzen. Aber auch einige (hauptsächlich deutsche) Wohnmobile sind zu sehen. 

Die Landschaft hier in der Gegend ist geprägt von viel Ackerbau, es ist relativ eben, und die Straßen sind gesäumt von Eukalyptusbäumen. Wir gelangten zu der Stadt „Vila Nova de Milfontes“, die am Fluss Rio Mira liegt, angeblich einem der saubersten Flüsse Europas. Dieser reizende Ort besitzt zwei tolle Sandstrände. Im Sommer kommen hier bis zu 50.000 Surfer und andere Touris her, kaum vorstellbar, denn wir laufen so gut wie alleine durch die Gassen. Unser Schlafplatz liegt am Fluss unter einer großen Brücke. Zwischenzeitlich hat es zu regnen begonnen, ich glaube, das ist der 1. richtige Regen seit dem Beginn unserer Reise. Dafür schüttet es jetzt allerdings ordentlich.

Mittwoch, 29.11.2017

Lissabon ist unser heutiges Ziel, bzw. der Stadt – Campingplatz. Laut Bewertungen soll er teuer und schlecht sein, naja, zentrumsnah gibt es aber keinen anderen. Fast 3 Stunden waren wir unterwegs, da wir wegen der Mautgebühren keine Autobahnen nutzen wollten. Allerdings wäre es fast zu überlegen, da die Landstraßen meist in schrecklichem Zustand sind. Landschaftlich sehr langweilig, Korkeichen so weit das Auge reicht und ab und zu ein paar Pinien und alle heiligen Zeiten mal eine Kurve! Endlich angekommen, am „Lisboa Camping“ spazierten wir erst mal durch das riesige Gelände. Betonierte Stellplätze, sehr großzügig, alle mit Wasseran-, und -abfluss, sowie eigenem Mülleimer und Sitzplatz mit Tisch. So luxuriös hatten wir es noch nie! Was aber sofort auffiel, es war alles ungepflegt, heruntergekommen, alt, naja, typisch portugiesisch würde ich sagen. 

Donnerstag, 30.11.2017

Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir in die Innenstadt bis zum „Praca de Comercio, einem riesigen Platz direkt am „Rio Tejo“. Weiter gings mit der „28“ er, einer winzigen, alten, urigen Straßenbahn. Sie schlängelt sich durch furchtbar enge und steile Gassen hinauf. In dem „Mercado de Campo de Ourique“ machten wir erst mal Pause und aßen hervorragend und günstig. Allerdings ist es schon immer ein Abenteuer, ins Blaue hinein zu bestellen, wenn man der Sprache nicht mächtig ist. Im Laufe des Tages erlebten und sahen wir noch so einiges, z. B. den bezaubernden Park „Jardin da Estrela“ mit tollen Kakteenbeeten und ungewöhnlichen Bäumen. Wir kamen an unzähligen Antiquitätenläden und Stoffgeschäften vorbei. In ein faszinierendes Geschäft mussten wir aber einfach rein. Auf winzigstem Raum war das ganze Sortiment eines riesigen Baumarktes untergebracht, ja gut, Baumaterial gab es dort nicht. Andi war begeistert. Den von einem Schüler Eiffels erbauten „Elevador de Santa Justa“ hatten wir gefunden und durch ein Viertel mit vielen unsagbar winzigen, sehr einfach eingerichteten Restaurants sind wir gelaufen. Und zum Abschluss genehmigten wir uns in einer Ginjinha-Bar einen „Ginjinha“, das ist ein Kirschlikör mit in Schnaps eingelegter Kirsche. Eigentlich ist es eher ein Aussschank mit extrem pappigem Fußboden. Diese Bars sind aber sehr beliebt bei den Einheimischen.

Freitag, 01.12.2017

Ab heute machen wir uns auf den Rückweg! In den letzten Tagen beobachteten wir immer wieder die Wetterberichte und stellten fest, dass es nirgends mehr wärmer wird als ca. 18 Grad. Zumindest nicht in Spanien oder Portugal. Im Gegenteil, täglich 1-2 Grad wird es kälter, allerdings immer noch bei meistens blauem Himmel. Also, gings heute schon mal die 1. Etappe Richtung Heimat nach Osten. Kurz vor der Grenze zu Spanien, kurz vor der portugiesischen Stadt „Elvas“, ließen wir uns an einem kleinen See nieder. 

Samstag, 02.12.2017

Heute Nacht hat es gefroren, Eis auf dem Dachfenster!      

Nachdem unser Reiseführer meinte, dass die Stadt Elvas sehenswert sei, machten wir uns auf den Weg. Kurz vor der Stadt zeigte sich das monströse, vierstöckige Amoreira-Äquadukt. Die Altstadt selbst und die Festung „Forte de Santa Luzia“ ist auf einem Hügel und steht als Ganzes unter Denkmalschutz. Es war einiges los, vermutlich machten die Bewohner ihre Weihnachtseinkäufe.

Weiter ging die Fahrt Richtung Salamanca. Mittlerweile ist es ziemlich gebirgig und bei Bejar fuhren wir zu einem Platz, den wir uns wieder einmal aus der App ausgesucht hatten. Immer höher gings hinauf, und auf 1300 m Höhe stellten wir uns auf einen Feldweg neben eingezäunten Kühen, die uns sofort sehr neugierig beäugten. Heute Nacht wird es bestimmt richtig kalt, denn es liegt sogar ein ganz klein wenig Schnee und auf der Fahrt hier hoch kam uns ein Schneepflug mit etwas Schnee in der Schaufel entgegen.

Sonntag, 03.12.2017

Wir sind nicht erfroren, allerdings lief die ganze Nacht die Heizung. Kurzfristig hatten wir uns entschieden, Salamanca nicht zu besichtigen, sondern weiter zu fahren bis ca. Santander, an der Biskaya, da es laut Wetterbericht dort etwas wärmer sein sollte. Auf Höhe Burgos in Kastilien kamen die tief verschneiten „Picos de Europa“ zum Vorschein. Und als wir weiterfuhren, ich traute meinen Augen nicht, lag Schnee auf den Wiesen und dann sogar am Straßenrand. Es wurde immer gebirgiger und weißer.

Doch ca. 60-70 km vor der Küste gings wieder bergab und der Schnee wurde immer weniger. Die Landschaft hatte sich enorm verändert. Alles, was wir bisher in Spanien und auch in Portugal gesehen haben, war eher wüstenähnlich. Aber hier, satte grüne Wiesen, fast wie in Oberbayern. Östlich von Santander stellten wir uns auf eine Wiese oberhalb einer einsamen Sandbucht. Es regnete.

Montag, 04.12.2017

Heute sind wir nur ein kurzes Stück gefahren, wir wollten Bilbao anschauen. Einen Campingplatz gibt es hier nicht, zumindest nicht stadtnah, aber einen bewachten Stellplatz mit Toilette, und kleinem Kiosk. Und, einer fantastischen Aussicht auf die Stadt. Als es dann dunkel wurde und die Lichter der Stadt brannten, war der Anblick sensationell. Eigentlich konnte das nicht mehr getoppt werden, aber dann schien auch noch der Vollmond direkt über Bilbao.

Dienstag, 05.12.2017

In Bilbao mit dem öffentlichen Bus angekommen, marschierten wir erst mal in die Markthalle, den „Mercado de la Ribera“. Hauptsächlich Fleisch, Fisch und etwas Gemüse. Ausserdem ein paar Stände mit „Pintxos“, das ist die baskische Version von Tapas. Ein perfekter Pintxo ist aussergewöhnlich im Geschmack, Zusammensetzung und Aussehen. Viele Pintxos türmen sich auf Brotstücken, und werden mit langen Zahnstochern fixiert. Der Einheimische verspeist sie mit zwei Happen, aber wir hatten ziemlich zu kämpfen, da man kein Besteck dazu bekommt. Es gibt sie mit Jamon, Fleischspießen, Bacalao, Zucchini, gefüllten Champignons, Mini-Hamburger mit (Wachtel) Spiegelei, Käsebällchen,  …. 

Selbstverständlich stand auch das Guggenheim Museum auf dem Plan. Es ist schon ein faszinierendes Gebäude. Weiter marschierten wir am Fluss „Rio de Bilbao“ entlang und durch die Altstadt. So kamen dann doch wieder 10 km zusammen.

Bilbao ist sicher keine traumhaft schöne Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss, aber eine Stadt mit sehr angenehmem Flair.

Mittwoch, 06.12.2017

San Sebastian, auf baskisch „Donostia“, ist unser nächstes Ziel. Nur 130 km von Bilbao entfernt, aber unser Reiseführer meinte, dass man diese Stadt gesehen haben muss! Wir entschieden uns für den „Stadt“ Campingplatz, der allerdings oberhalb, ca. eine halbe Stunde Busfahrt entfernt liegt. Bei diesem Traumwetter, eine Fahrt nach San Sebastian rentierte sich nicht mehr, machten wir einen langen schönen Spaziergang.

Donnerstag, 07.12.2017

Auf nach San Sebastian. In einem kleinen Park mitten in der Stadt, waren Figuren aufgestellt, u. a. auch die heiligen Drei Könige. Ziemlich kitschig, aber die vielen Kinder waren begeistert. Wir liefen am Flussufer, dem Urumea, entlang. Dort war eine Art Christkindlmarkt aufgebaut. Schließlich sahen wir uns die Altstadt an, die „Parte Vieja“, die aus unzähligen Bars besteht. Hier findet das Leben quasi auf der Straße statt. Auf den Theken jeder Bar türmten sich Teller mit super lecker ausschauenden Pintxos. Da konnten auch wir nicht widerstehen. Es heisst, dass die „Pintxo“ (Tapas) Kultur hier Maßstäbe für ganz Spanien setzt und diese Stadt regelmäßig ganz weit oben auf den Ranglisten der besten Gourmethochburgen der Welt steht.

Und dann muss man natürlich noch den fantastischen Sandstrand erwähnen, quasi mitten in der Stadt. Die „Playa de la Concha“, die zu den schönsten Buchten Europas zählt, lockt im Sommer wohl unzählige Surfer und Badende an. Uns lockte er jedoch gar nicht, da wir mittlerweile total durchgefroren waren. Leider war es heute bei weitem nicht so schön wie gestern. Ein Blick und ein Foto musste reichen.

Freitag, 08.12.2017

So, heute geht es endgültig nach Hause. Aber das zog sich. Sieben Stunden Fahrt für 300 Km! Von San Sebastian gings an der Küste entlang, an Biarritz vorbei, durch nicht enden wollende Kreisverkehre. Und dann auch noch Stau. Schließlich ist auch noch unser Tablet ausgefallen, so dass wir nicht auf unsere Stellplatz-App zugreifen konnten. Aber wir fanden auch ohne einen Platz zum Schlafen, mitten im Wald. Das war schon ein wenig unheimlich.

Samstag, 09.12.2017

Gemütliches Frühstück, wie immer, und dann 6 Stunden Autofahrt, das meiste aber auf kostenfreien Autobahnen und Schnellstraßen. In „Paray-le-Monial“, stellten wir uns für die Nacht auf einen Wohnmobil-Stellplatz.

Sonntag, 10.12.2017

Heute schafften wir es bis „Neuenburg am Rhein“, in Deutschland!

Montag, 11.12.2017

Geschafft, wir sind wieder zu Hause!!!

Nachdem es in den letzten Tagen sehr kalt und teils regnerisch war, sind wir jetzt doch froh, wieder daheim zu sein.

An alle, die unsere Reise mitverfolgt haben, ein herzliches Dankeschön! Wir hoffen, dass ihr bei unserer nächsten Tour, wohin auch immer?, wieder mit dabei seid.