Woche 10: 17.08.19-23.08.19

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63. Tag Samstag 17. August 2019 – 0 km, gesamt 7580 km –

Scheißwetter, wenn ich das hier so schreiben darf. Eigentlich wollten wir am Campingplatz Fahrräder ausleihen, um am Götakanal entlang zu radeln. Aber wir trödelten zu lange rum. Die Rezeption hatte für ein paar Stunden geschlossen, öffnet erst wieder abends, was sich jedoch als Glück heraussstellte. Es regnete nämlich beinahe fast durchgehend. Ich spazierte zu Fuß in den Ort und hatte Glück, da gerade die Brücke über dem Kanal nach oben gezogen wurde, damit ein paar wartende Segelboote durchfahren konnten. Was mich sehr beeindruckte, zwei junge Mädchen mussten rein durch Muskelkraft den Mechanismus bedienen. Das sah ziemlich anstrengend aus. Allerdings werden angeblich die meisten Brücken mittlerweile elektrisch betrieben.

64. Tag Sonntag 18. August 2019 – 0 km, gessamt 7580 km –

Heute ist’s so weit. Bereits gestern Abend haben wir Fahrräder besorgt, bzw. reserviert.

Am frühen Vormittag holten wir sie, wir wollten nur den Regenschauer noch abwarten. Um 13! Uhr hörte es dann endlich auf zu regnen. Vorsichtshalber nahmen, bzw. zogen wir die Regenhosen mit bzw. an. Aber es regnete nicht mehr. Welch ein Glück. Der Kanalradlweg entpuppte sich allerdings als ziemlich langweilig. Kein einziges Boot war zu sehen. Dafür immer wieder nette Häuschen an den Hochziehbrücken. Vermutlich wohnt hier der Brückenwart. Kaum am Wohnmobil angekommen, fing es wieder zu regnen an. Was für ein Sauwetter. Zu Hause hat es laut Internet an die 30 Grad und hier grade mal 17, gefühlte 10 Grad.

65. Tag Montag 19. August 2019 – 268 km, gesamt 7848 km –

Heute hat es uns (mal wieder) an einen kleinen See verschlagen. An dem stand bereits ein Wohnmobil, ausserdem war dieser Platz direkt an der Straße und das gefiel uns nicht besonders. Laut „App“ gab es noch ein paar andere Stellen an dem See, an denen schon mal jemand gestanden hatte. Also machten wir uns auf den Weg. Wir kamen an einem Auto mit Zelt vorbei. Das Pärchen versuchte grade im Regen zu grillen, mal wieder gab es einen kräftigen Schauer. Unser Platz lag noch weiter. Ab hier wurde der Weg schon ein wenig abenteuerlich. Sehr schmal, sehr wenig befahren, aber ohne jegliches Verbotsschild. Schließlich musste ich sogar vorauslaufen um zu schauen, ob wir denn überhaupt mit unserem hohen Gefährt weiterkommen und ob es im Notall eine Wendemöglichkeit gab. Die ein- oder anderen Äste mussten zurückgebogen oder sogar abgesägt werden. Es fing natürlich wieder an zu regnen und der Weg war glitschig wie Schmierseife. Irgendwann schafften wir es zum Ziel. Eine ganz kleine Lichtung mitten im Wald an Ufernähe. Naja, ob das die Mühe wert war? Es gäbe einen angeblich schönen Wanderweg um den See, aber wir wollten nur noch unsere nassen Klamotten loswerden und es uns im Womo gemütlich machen.

Schließlich musste ich sogar vorauslaufen um zu schauen, ob wir denn überhaupt mit unserem hohen Gefährt weiterkommen und ob es im Notall eine Wendemöglichkeit gab. Die ein- oder anderen Äste mussten zurückgebogen oder sogar abgesägt werden. Es fing natürlich wieder an zu regnen und der Weg war glitschig wie Schmierseife. Irgendwann schafften wir es zum Ziel. Eine ganz kleine Lichtung mitten im Wald an Ufernähe. Naja, ob das die Mühe wert war? Es gäbe einen angeblich schönen Wanderweg um den See, aber wir wollten nur noch unsere nassen Klamotten loswerden und es uns im Womo gemütlich machen.

66. Tag Dienstag 20. August 2019 – 236 km, gesamt 8084 km

Wir entschieden uns für die Weiterfahrt über die Oeresundbrücke. Die Alternative wäre eine Fähre von Helsingborg auf der schwedischen Seite nach Helsingör auf der dänischen Seite gewesen. Malmö und Kopenhagen hatten wir schon mal besichtigt und so langsam mussten wir schauen, dass wir vorwärts kommen. Deshalb hielten wir erst wieder in Roskilde an. Laut Reiseführer ein nettes kleines Städtchen etwa 30 km westlich von Kopenhagen. Nur ein paar Kilometer entfernt vom Zentrum übernachteten wir auf einer Wiese. Um uns rum ländliche Gegend, Pferde und kleine Häuschen mit Reetdächern.

67. Tag Mittwoch 21. August 2019 – 239 km, gesamt 8323 km –

Sonnenschein! Kaum zu glauben. Am Himmel zogen zwar immer mal wieder dunkle Wolken vorbei, aber allermeistens blieb es trocken. Wir fuhren zum Parkplatz am Hafen von Roskilde. Dort war ein Wikingermuseum, aber bei einem Eintrittsgeld von 20,– Euro pro Person interessierten uns die Wikinger doch nicht mehr so besonders. Wir spazierten zum Dom, aber auch dort haben sie ein hohes Eintrittsgeld verlangt. So reichte uns ein schneller Blick ins Innere. Am Marktplatz standen Buden mit Gemüse und Blumen und ein paar Flohmarkttische. Nachdem wir durch die Fußgängerzone geschlendert waren, genossen wir am Hafen die herrliche Sonne und schauten dem Treiben der kommenden und abfahrenden Boote zu.

Auch wir fuhren dann ab und unser Weg fürte uns, nach unglaublich langweiliger Fahrt auf der Schnellstraße, Richtung Deutschland. Wir haben vor, Freunde im Westerwald zu besuchen und dann gemeinsam zu „Willys Treffen“ nach Enkirch an der Mosel zu fahren. Dort findet alljährlich am ersten Septemberwochenende ein Globetrottertreffen statt. Aber bis dahin haben wir noch ein paar Tage Zeit. Heute verbrachten wir den Rest des Tages an der schönen Ostseeküste in Höhe der Insel Arö. Hier am Stein/Sandstrand kommen gelegentlich Angler vorbei und ab und zu ein Übernachtungsgast. Ansonsten haben wir unsere Ruhe.

68. Tag Donnerstag 22. August 2019 – 0 km, gesamt 8323 km –

Wetter traumhaft, Lage traumhaft, da bleiben wir gerne noch einen Tag. Mit jedem Tag, den wir näher Richtung Heimat kommen, kommen wir auch weg vom Strand und Lagerfeuerleben. Deshalb geniessen wir dies noch. Die verblichene Bräune wieder auffrischen, am Strand spazierengehen, grillen, lesen, vorbei fahrenden Segelbooten nachschauen, Vögel beobachten, …. Apropos Vögel. Ich konnte zwei weitere Arten in meine „Vogelsichtungs-App“ eintragen. Das waren die Uferschwalbe und die Küstenseeschwalbe. Letztere lässt sich quasi im freien Sturzflug ins Wasser fallen um Fische zu fangen, was sehr lustig aussieht. Diese Schwalbe ist übrigens der Zugvogel mit der längsten Zugstrecke. Sie brütet nördlich des Polarkreises und überwintert anschließend in der Südpolregion. Sehr beeindruckend, finde ich. Heute und auch gestern schon konnten wir seit langem mal wieder draussen Abend essen.

69. Tag Freitag 23. August 2019 – 332 km, gesamt 8655 km –

Bis zum Nahmittag haben wir den schönen Strand und die Ruhe noch genossen, bevor es weiter ging. Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, ist uns doch bewusst, dass dies auf unserer restlichen Strecke bis nach Hause wohl die letzte „einsame“ Übernachtung inmitten von Natur sein wird. Wir fuhren so lange bis wir keine Lust mehr hatten. Wir landeten auf einem Wohnmobilstellplatz der auf einem Schwimmbad Parkplatz am Rande einer sehr netten Ortschaft untergebracht war. Zuvor allerdings fuhren wir in die „Alte Wimmeschleuse“ zum Essen. Hier im hohen Norden ist die Fisch-Speisekarte zwar sehr verlockend, aber wir konnten beim überbackenen Schnitzel mit Bratkartoffeln einfach nicht widerstehen. Das war lecker.

70. Tag Samstag 24. August 2019 – 149 km, gesamt 8804 km –

Das Wetter wird immer besser. Je weiter wir in den Süden kommen, um so wärmer wird es. Und für heute hatte ich mir faulenzen und sonnen an einem See vorgestellt. Wie schon so oft half uns da unsere App. Nur leider stellte sich heraus, dass es, zumindest an dieser Stelle, keine Bademöglichkeit gab. Mehrere Parkplätze, zwei sehr gut besuchte Fischlokale, ein winziger Hafen und jede Menge Tagesausflügler. Viele von ihnen waren mit dem Rad unterwegs. Sicher war dies nicht die schönste Stelle, aber für eine Übernachtung ist es schon o.k.

Später erfuhren wir, dass für diesen Abend ein riesiges Feuerwerk geplant war. Das erklärte auch, wieso immer mehr Autos und Radler angefahren kamen, obwohl die Lokale nur bis 21 Uhr geöffnet hatten. Wir besorgten uns noch schnell Fisch“brötchen“ (hach, wie schwer uns das Wort doch über die Lippen kommt) und Pommes, um danach mit unseren Campingstühlen und einem Bierchen zum See vorzugehen um das angepriesene Highlight des Jahres zu bestaunen. Nach langer warterei gings dann endlich los. Aber es war sehr enttäuschend und das nicht nur für uns. Laut Ankündigung sollte es ein riesen Spektakel mitten auf dem See werden. Stattdessen fand es in einer sicher 5 km entfernten Ecke des Sees statt. Wir genossen trotzdem diesen schönen lauen Sommerabend.