Woche 6: 20.07.19 – 26.07.19

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35. Tag Samstag 20. Juli 2019 – 0 km, gesamt 4332 km –

Nach Helsinki in die Innenstadt sind wir mit dem öffentlichen Bus gefahren. Für 4 Euro pro Person! Das sind Preise! Helsinki ist eine wirklich sehr schöne, junge Stadt mit lockerer Atmosphäre. Selbstverständlich besichtigten wir auch hier die verschiedenen Kirchen. Aber zuerst holten wir uns mal wieder in der Touristeninformation Unterlagen. Sie ist im Hauptbahnhof untergebracht, einem 1919 eröffneten Granitbau.

Bahnhofschalterhalle und Touristeninfo

Am Senatsplatz angelangt, erhob sich der Dom, ganz in weiss mit grünen Kuppeln. Eine mächtig breite Freitreppe führt zu der Kirche hinauf.

Auch innen ist sie sehr minimalistisch in weiss gehalten. Ganz anders dagegen die „Uspenski“ Kathedrale, eine der größten orthodoxen Kirchen in Westeuropa. Wunderschöne Malereien.

Eine äusserst ungewöhnliche Kirche ist die „Kamppi-Kapelle der Stille“. Auf einem riesigen Platz zwischen Einkaufszentren steht ein ovales Ei aus Holz.

So wirkte es auf mich jedenfalls. Diese Kapelle wird gemeinsam von der lutherischen Kirchengemeinde und dem Sozial- und Gesundheitsamt von Helsinki geleitet. Während der Öffnungszeiten stehen Mitarbeiter zur Verfügung, die immer ansprechbar sind, wenn jemand Beistand braucht. Als Materialien wurden nur Fichten- und Erlenholz verwendet. Ein wirklich toller Ruhepol. Dann wäre da noch die „Temppeliaukio“ Kirche, die auch Felsendom genannt wird. Sie wurde aus einem gewachsenen Felsen herausgearbeitet, mitten in einem Wohngebiet, und mit einer großen Kupferkuppel überdeckt. Leider konnten wir ihr Inneres nicht sehen, da gerade eine Hochzeit stattfand.

Markthallen gibt es in jeder Stadt, so auch hier. Am Hafen, an denen Boote zu den umliegenden Inseln abfahren, ist der Marktplatz „Kauppatori“, auf dem es Obst und Gemüse aber auch Handwerkliches zu kaufen gab. Und selbstverständlich auch Essensstände. Überall wurde Lachssuppe angeboten und andere Fischspezialitäten. Leider hatten wir gar keinen Hunger.

Nachdem wir uns die 8 Euro für die Busfahrt zurück sparen wollten, brauchten wir über 1 Stunde zu unserem Wohnmobil. Dort ratschten wir mit unserem Müncher Womo-Nachbarn, der uns erzählte, dass er bestimmt schon das 40. Mal in Skandinavien war. Nach kurzer Rast schnappten wir uns ein kühles Bierchen und spazierten auf die Schärenfelsen, von wo aus man einen schönen Blick auf Helsinki hat. Hier treffen sich Leute zum Picknick, zum Angeln, oder einfach nur, um die angenehme Abendsonne zu genießen.

36.Tag Samstag 21. Juli 2019 – 231 km, gesamt 4563 km –

Obwohl in Helsinki sicher noch viele schöne Sachen sehenswert wären, fuhren wir weiter Richtung Westen. Zuvor erledigten wir noch unseren Schreibkram. Tagebuch schreiben, Fotos raussuchen, vorher noch nie vielen, vielen missglückten löschen. Nachdem ich versuche, aus der Automatik-Fotografie rauszukommen, gibt es leider noch sehr viele Schrottbilder. So, alles erledigt, noch eine Dusche in der angrenzenden Tennisplatzanlage und los geht’s. Relativ eintönig, aber auf sehr gut ausgebauten Straßen ging’s dahin. Ständiger Begleiter am Wegesrand sind mittlerweile die „Vorsicht Elche“ Schilder.

Immer griffbereit die Kamera, aber leider, oder besser Gott sei Dank, lief uns keiner vors Auto. Dann erreichten wir die 1. Fähre.

Wir hatten Glück und mussten nur ein paar Minuten auf die Abfahrt warten. Nach einer halben Stunde landeten wir auf einer größeren Insel, an deren Ende uns eine 2. Fähre auf die eigentliche Insel brachte. Übrigens, alles kostenlos! Nur ein paar Meter weiter lag der Campingplatz, unser Ziel für heute, da wir Wäsche waschen wollten. Ein sehr einfacher, kleiner Platz an einem Mini-Yachthafen. Super schön!!

Nur, die laut Internet vorhandene Waschmaschine ist leider kaputt. Schnell kamen wir mit anderen Campern, einem Finnen und einer deutschen Familie aus der Nähe von Dresden in Kontakt. Ach ja, und einem deutschen Paar, die mit ihrem Segelboot hier Halt machten. Auch sie hatten vor, bis ans oberste Ende des „Bottnischen Meerbusens“ zu gelangen. Mitte, Ende Oktober wollten sie wieder in Stade zurück sein. Mit der deutschen Familie saßen wir noch lange draussen, bis wir es nicht mehr aushielten wegen der unzähligen hungrigen Mücken.

37.Tag 22. Juli 2019 – 102 km, gesamt 4665 km –

Dieses Plätzchen war so wunderschön, dass wir wirklich gern noch einen Tag geblieben wären, aber mal wieder war das Wetter so gar nicht einladend. Deshalb beschlossen wir, den kühlen und leicht verregneten Tag mit der Weiterrreise zu verbringen. Wir fuhren die selbe Strecke zurück aufs Festland, nur diesmal hatten wir nicht so viel Glück mit der Fähre. Über 2 Stunden mussten wir auf die Abfahrt warten. Die verbrachten wir allerdings sehr gemütlich bei einer Tasse Kaffee mit Nadine, Michael und ihren beiden Söhnen (14 Jahre und ein Jahr alt) in unserem Wohnmobil. Sie wollten ebenfalls heute weiterreisen. Kaum zu glauben, aber wir hattten tatsächlich alle Platz und alle hatten einen Sitzplatz!

In Rauma stellten wir uns auf einen Parkplatz mit Picknickbänken an einem kleinen Sandstrand. Später kam noch ein spanisches Wohnmobil dazu.

Hier hat scheinbar jeder Bewohner ein eigenes Boot

38.Tag 23. Juli 2019 – 71 km, gesamt 4736 km –

Bevor die Fahrte heute weiterging, liefen wir erst mal in einer halben Stunde in die Innenstadt von Rauma. Die Altstadt ist ein kulturhistorisch wertvolles Holzarchitektur-Ensemble. Es wurde im Jahr 1442 gegründet und zählt angeblich zu den wenigen mittelalterlichen Städten Finnlands.

Das ehemalige Rauthaus
Ich könnte mir nicht merken, in welcher Straße ich wohne

Heute hatten wir besonderes Glück, da genau in dieser Woche die Möglichkeit bestand, einen Blick in die sonst nicht zugänglichen Hinterhöfe zu werfen. Dies nutzten die Bewohner aus, um auf diversen Flohmärkten ihre ausgedienten Sachen an den Mann (Touristen) zu bringen.

Überhaupt glaube ich, dass die Finnen Flohmärkte lieben, da sehr oft am Straßenrand ein Wegweiser mit der Aufschrift „Kirrputori“ (Flohmarkt) steht. Ein absolut bezauberndes Städtchen, zumindest die Altstadt, die 1991 in die Liste des Unescos Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Heute wollen wir mal wieder grillen und fanden einen tollen Platz an einem der (angeblich) schönsten Sandstrände Finnlands.

Das Meer

Der Parkplatz liegt zwar nicht direkt am Meer, ein paar Gehminuten entfernt, aber trotzdem schön. Nur ein paar Meter weg war jedoch ein schöner Badesee.

Hinter der kleinen Minidüne war der Stellplatz

Ein deutscher „Bald“-Student, Robin aus Heidelberg, stand hier mit seinem schon in die Jahre gekommenen VW-Bus. Nach einem kurzen Austausch, woher, wohin, wieso… beschlossen wir, heute Abend ein Lagerfeuer zu entfachen. Später kamen noch ein junges Pärchen aus Dortmund dazu und wir führten tolle Gespräche am Lagerfeuer. Diese beiden waren auch auf der Ostseerunde unterwegs, auch für ca. 3 Monate, nur anders herum und so tauschten wir Tipps für Stellplätze aus.

39.Tag 24. Juli 2019 – 0 km, gesamt 4736 km –

NICHTS TUN war heute angesagt. Wir lagen am See im Sand und ließen uns die Sonne auf die kasigen Bäuche und Beine scheinen. Das Meer war zwar nur ein paar Meter weg, vielleicht 100 m, aber ich hatte Schmerzen im Fuß und somit nahmen wir mit dem etwas wärmeren See vorlieb. Es gab verschiedene Schwimmvögel und mit meiner, vor der Abreise erworbenen App, konnte ich die Arten bestimmen. Es handelte sich um Weißwangengänse, Haubentaucher und Austernfischer. Heute gingen wir sehr früh ins Bett. (Normalerweise nie vor Mitternacht, bzw. 1 oder 2 Uhr, da es ja so lange hell ist). Draussen war es relativ kühl geworden. Im Wohnmobil genossen wir noch die warmen Sonnenstrahlen, die ins Innere schienen.

40.Tag 25. Juli 2019 – 103 km, gesamt 4839 km –

Nach unserem Frühstück im Freien fuhren wir rund 100 km weiter nach Norden. Wir wählten nicht die kürzeste oder schnellste Strecke, sondern die vermutlich schönste. Wir fuhren über ein paar Inseln, die meistens mit Dämmen verbunden waren. Ich finde, es sieht jetzt richtig finnisch aus, so wie ich es mir immer vorgestellt habe. Viel Wasser, viel Schilf, viel Wald und immer wieder rote Holzhäuschen.

Dazwischen aber auch Getreide- und Kartoffelfelder. Nachdem heute endlich mal wieder Waschtag nötig ist, fuhren wir auf einen Campingplatz. (Diesmal funktionierte die Waschmaschine). Sehr schön gelegen am Meer, mit einigen vorgelagerten Inseln, so dass es eigentlich wie ein See aussah. Wir stellten uns direkt ans Ufer.

Da kann mans aushalten

Wir brauchten schon einige Zeit, um der finnischen Waschmaschine das richtige Programm zu entlocken. Es gab sogar eine anderssprachige Gebrauchsanweisung, nur, die schwedische half uns auch nicht weiter. Aber mittels Google Übersetzer klappte es dann doch noch.

Kurz vor Sonnenaufgang um ca. 3 Uhr

41.Tag 26. Juli 2019 – 210 km, gesamt 5049 km –

Die Fahrt heute empfand ich als sehr langweilig. Unglaublich gerade lange Straßen, kaum Ortschaften, eintönige Landschaft.

Kurven sind hier eine Seltenheit

Lediglich der Einkauf in einem Supermarkt bot Abwechslung. Wir finden es immer sehr spannend, einkaufen zu gehen, da wir ja kein Wort finnisch sprechen und es somit doch oft eine Überraschung ist, das richtige eingekauft zu haben. Eigentlich müssten wir in Finnland auch noch tanken, da es in Schweden noch teurer wird. Aber leider steigen die Dieselpreise hier täglich. Mittlerweile kostet der Liter schon ca. 1,40 Euro. In Helsinki z. B. hatten wir eine Tankstelle gesehen, da war der günstigste Preis 1,28 Euro. In Schweden allerdings liegt er momentan bei mindestens(!) 1,55 Euro! Naja, hilft nichts. Dafür haben wir unseren Tank in Russland für ca. 60 Cent den Liter voll gefüllt.

Angekommen, an unserem heutigen Ziel, verkrochen wir uns in den Schatten, da es heute, und auch gestern schon, sehr heiss war. Ich weiß, in Deutschland herrscht grade Hitzewelle mit an die 40 Grad, da erscheinen unsere ca. 27 Grad doch eher kühl.