Woche 8: 03.08.19 – 09.08.19

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49. Tag Samstag 3. August 2019 – 22 km, gesamt 5844 km –

Gleich nach dem Frühstück fuhren wir ins „Siida-Museum“, das sich der Geschichte, der Kultur der Samen und der Natur im nördlichen finnischen Lappland widmet. Äusserst interessant und sehr anschaulich gemacht. Eindrucksvoll zeigte es das nomadische Leben, das auf Rentierzucht ausgerichtet war und auch heute noch ist. Auch der 2. Weltkrieg machte hier nicht halt. Der Standort des Museums wurde ausgewählt, da bis zur Zerstörung im Krieg dies der Hauptort der Region und das Zentrum der samischen Bevölkerung Finnlands war.

Gold wurde hier auch gefunden
Andi mit dem Rentierlasso

Nur 3 km entfernt starteten wir anschließend eine Wanderung zur Kirche von Pietpajärvi. Die 1752 aus Holz erbaute Kirche liegt inmitten von Wildnis, weshalb sie auch Einödkirche genannt wird.

Auch die Geschichte ist sehr interessant. Der wunderschöne Weg dorthin, rund 4,5 km, führte durch Wald, buchstäblich über Stock und Stein und an Seen vorbei.

Bei einer kurzen Rast fand ich sogar ein paar Moltebeeren, die in Mitteleuropa sehr selten vorkommen.

Der Ertrag der Beere ist äusserst gering, deshalb ist sie die teuerste der wild gesammelten Beeren. Den Geschmack fand ich allerdings nicht so besonders aufregend.

Heute fuhren wir nur noch ein paar Kilometer zu einem schönen See mit tollem Sandstrand. Hier bei Inari haben wir unseren nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht, ab jetzt geht es wieder Richtung Süden.

50. Tag Sonntag 4. August 2019 – 239 km, gesamt 6083 km –

Nachdem am gestrigen Abend die Sonne rauskam und es fast schon angenehm im Freien war, zumindest wo die Sonne schien, freuten wir uns schon auf einen endlich warmen Tag. Vonwegen. Sechs Grad, Nebel und richtiges Bähwetter. Eigentlich wollte ich so gerne noch eine lange Wanderung am Lemmenjoki Fluss im gleichnamigen Nationalpark unternehmen, aber bei der Kälte: Nein danke. So schnell wie möglich und so südlich wie möglich sollte heute unsere Fahrt gehen. Durch sehr einsame, wunderschöne Gegenden fuhren wir.

An Rentierfarmen vorbei, an wenigen einzeln stehenden Häuschen, meistens jedoch durch Wildnis. Die Straßen in Finnland sind im allgemeinen in gutem Zustand, doch plötzlich wechselte der Belag und die nächsten ca. 50 km ging es auf Schotterweg dahin. Gott sei Dank ohne größere Schlaglöcher. Mit dem Asphaltbelag kamen wir auch wieder in die Zivilisation. Unweit des Skigebietes von Äkäslompoli fanden wir einen ruhigen Übernachtungsplatz an einem idyllischen Bach.

Dort besuchte uns sogar ein Rentier und beäugte uns.

Rentiere in verschiedenen Farben und Größen sahen wir heute schon einige am Straßenrand und manche trabten mitten auf der Straße entlang.

51. Tag Montag 5. August 2019 – 220 km, gesamt 6303 km –

Heute hat uns die Ostsee wieder, zumindest fast. Der Ausflug in die Einsamkeit Lapplands ist zu Ende. Wir haben uns für die Ostseeküstenroute entschieden, auf der schnellen E4. Die erste Küstenstadt, die wir erreichten, war Kalix. Genaugenommen ist Kalix keine Küstenstadt, denn sie liegt ca. 2 km landeinwärts an der Mündung des Flusses Kalixälven, der in den bottnischen Meerbusen fließt. Dieser ist der längste und letzte naturbelassene Fluss Schwedens. Achja, wir haben heute nicht nur Lappland verlassen, sondern auch nach 17 Tagen Finnland, und sind jetzt in Schweden.

Den Stadtcampingplatz wählten wir für unsere heutige Übernachtung aus. Sogleich machten wir uns auf den Weg, die fußläufig erreichbaren Supermärkte zu erkunden. Vorher mussten wir natürlich noch Schwedische Kronen besorgen. Schließlich kauften wir mal wieder Bier, da unser Vorrat schon seit längerem erschöpft war. In Finnland war uns der Alkohol viel zu teuer, wollten die doch zwischen 2 und 3 Euro für eine Dose haben. In Schweden ist es dagegen erschwinglich bei ca. 1,40 Euro für den halben Liter. Anschließend genossen wir einfach die wärmende Sonne. Endlich wieder „Ohne-Jacke-Wetter“.

52. Tag Dienstag 6. August 2019 – 261 km, gesamt 6564 km –

Weiter Richtung Süden. Wir wollten etwas Strecke machen, und rauschten auf der schnellen E 4, die teilweise zweispurig ausgebaut ist, dahin. In Schweden gibt es für uns „über 3.5 Tonner“ keine Geschwindigkeitsbeschränkung. In anderen Ländern die wir auf unserer Ostseetour bereisten, durften wir nur maximal 80, bzw. 70 km/h fahren.

Deutlich weniger Wald, viele viele rote Holzhaus-Siedlungen sahen wir. Unser Weg führte schließlich auf eine Landzunge an die Ostseeküste. Drei verschiedene Stellmöglichkeiten waren in unserer App eingetragen . Die 1. gefiel uns nicht, zu viele Wohnmobile auf einem Parkplatz nicht direkt am Meer. Der 2. war voll mit parkenden PKW´s und Wohnwagengespannen. Dann blieb nur noch die 3. Möglichkeit. Welch ein Pech. Eine kleine Einfahrt führte direkt an den Strand. Mit Feuerstelle und sogar mit bereit gelegtem Brennholz. Hier bleiben wir! Und mit Sicherheit auch noch einen zweiten Tag. Ein Lagerfeuer wäre jetzt noch schön, aber wegen der Trockenheit verzichteten wir schweren Herzens.

53. Tag Mittwoch 7. August 2019 – 0 km, gesamt 6564 km –

Wir sind immer noch alleine hier an diesem Traumplatz. Kaum zu glauben. Bei sehr angenehmen 20 – 25 Grad und fast wolkenfreiem Himmel genossen wir die Ruhe. In dem Wäldchen gab´s jede Menge Heidelbeeren und sogar Steinbeeren fand ich. Nur, weit und breit leider keine Schwammerl. Den heutigen Tag verbrachten wir mit „chillen“. Naja, ein bisschen geputzt haben wir heute auch. War dringend nötig!!

54. Tag Donnerstag 8. August 2019 – 0 km, gesamt 6564 km –

Wir sind noch einen Tag geblieben. Heute Nacht gesellte sich ein junges deutsches Paar zu uns an den Strand. Sie übernachteten im Auto und fuhren vormittags schon wieder weiter. Ab und zu kamen Spaziergänger vorbei, ansonsten genossen wir den herrlichen Tag und die Ruhe.

55. Tag Freitag 9. August 2019 – 253 km, gesamt 6817 km –

Heute verließen wir diesen Platz, zuvor aber wanderten wir an die Spitze der Halbinsel, die ein Naturreservat ist. Bei diesem „Bjuröklubb“ steht ein nicht mehr bemannter Leuchtturm, eine Messstation sowie ein nettes Cafe. Ein paar Stunden später erreichten wir einen Campingplatz, der von Outdoorherstellern betrieben wird. Er liegt an einem See, nah am Meer und von hier starten viele Wanderwege. Wir nutzten jedoch diesen Platz um mal wieder lange zu duschen, unseren fast leeren Frischwassertank zu füllen und den angehäuften Müll zu entsorgen.